😈 𝗗𝗶𝗲 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵𝗵𝗲𝗶𝘁 𝗶𝘀𝘁 𝗱𝗲𝗺 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿𝗴𝗮𝗻𝗴 𝗴𝗲𝘄𝗲𝗶𝗵𝘁

in #deutschyesterday

Ihr könnt machen, was ihr wollt – es gibt kein Entkommen. Ich hatte gestern Abend noch Besuch von Herrn Natas. Den ausführlichen Beitrag dazu veröffentliche ich später, denn da gibt es einiges zu berichten. Nur so viel vorweg: Es steht nicht gut um uns. Besonders nicht um die Deutschen. Nicht um alle, natürlich nicht. Die paar Menschen, die noch lesen können, bevor sie kommentieren, möchte ich ausdrücklich ausnehmen. Also im Grunde euch, die ihr mir folgt und ungefähr wisst, was hier passiert. Der Rest stolpert hier rein, liest drei Wörter, schaut zwei Sekunden Video und ist dann gedanklich schon beim Endgegner angekommen.

Ich habe mich gestern köstlich amüsiert. Unter meinem Einkaufsbeitrag waren wieder diese ganz besonderen Internet-Fachkräfte unterwegs. Die Sorte Mensch, die offenbar beim Scrollen gleichzeitig atmet, urteilt und beleidigt – und alle drei Dinge nur halb erfolgreich hinbekommt. Da wurde nicht einfach geschrieben: „War aber ein teurer Einkauf, geh doch mal zum Discounter.“ Nein, da wird direkt beleidigt, einsortiert, abgestempelt und moralisch beerdigt. Man kennt mich nicht, man kennt die Geschichte nicht, man kennt den Zusammenhang nicht – aber Hauptsache, die Meinung steht. Wie Beton. Nur nicht ganz so tragfähig.

Dabei wussten diejenigen, die mir folgen, natürlich sofort, dass das wieder ein Späßchen war. Und einige wenige haben sogar verstanden, wer der nette Herr war, der meine Rechnung übernommen hat. Man muss den Namen „Natas“ nur einmal rückwärts lesen. Für manche war das offenbar schon wieder höhere Mathematik mit okkultem Einschlag. Aber gut, wir wollen ja niemanden überfordern. Nicht, dass am Ende noch jemand ein Wörterbuch aufschlägt und sich dabei verletzt.

Aber jetzt mal ehrlich: Das Problem ist nicht, dass jemand einen Beitrag nicht versteht. Das kann passieren. Das Problem ist, dass viele Menschen gar nicht mehr verstehen wollen. Sie sehen etwas, das sie triggert, und dann wird losgeschossen. Ohne Nachdenken, ohne Humor, ohne die leiseste Ahnung, worum es eigentlich geht. Und genau das zeigt leider sehr viel über den Zustand unserer Gesellschaft. Social Media ist da nicht die Ausnahme, Social Media ist der Spiegel. Nur ohne Weichzeichner und leider oft auch ohne Restwürde.

Viele Menschen fühlen sich offenbar so unwohl in ihrem eigenen Leben, dass sie sofort nach unten treten müssen, sobald sie irgendwo eine Gelegenheit wittern. Und ja, wenn man dann auf manche Profile schaut, merkt man schnell: Da ist nicht nur der Umgangston schwierig, da hat auch die deutsche Sprache schon einen Antrag auf Schutzhaft gestellt. Ich weiß, ich diktiere selbst viel und mache auch Fehler. Aber zwischen einem Diktierfehler und einem vollständigen Frontalangriff auf Grammatik, Anstand und Hirnleistung liegt dann doch noch ein kleiner Unterschied.

Das Verrückte ist ja: Viele beleidigen mich und merken nicht einmal, dass sie mir damit helfen. Dieser Einkaufsbeitrag wurde schon wieder knapp 100.000 Mal angesehen. In Dresden war es ähnlich. Da wurde sich über einen Burger aufgeregt, der am Ende durch die Beiträge längst wieder bezahlt war. Der Burger, der Eisbecher und vermutlich noch ein kleines Trinkgeld für den inneren Dämon. Die Leute, die mich als dumm bezeichnet haben, haben mir also indirekt das Essen bezahlt. Das ist schon fast poetisch. Oder teuflisch. Herr Natas hat jedenfalls anerkennend genickt.

Trotzdem bleibt die ernste Frage: Warum muss man sofort beleidigen? Ich weiß, viele Menschen haben es finanziell schwer. Viele können sich solche Einkäufe nicht leisten. Viele müssen jeden Euro umdrehen, und das ist nicht lustig. Darüber mache ich mich auch nicht lustig. Aber genau deshalb verstehe ich noch weniger, warum man dann auf andere losgeht, statt einfach weiterzuscrollen oder vielleicht mal zu fragen, wie etwas gemeint war. Wer arbeitet, wer schreibt, wer organisiert, wer Projekte am Laufen hält, wer Grundstück, Haus, Tiere, soziale Aktionen und den ganzen Wahnsinn irgendwie stemmt, darf doch am Ende einkaufen, was er will. Auch wenn es manchen offenbar körperliche Schmerzen bereitet.

Und ja, auch das hier ist Arbeit. Meine Beiträge fallen nicht vom Himmel, auch wenn manche glauben, ich sitze hier im Wald, murmele drei Sätze ins Handy und danach regnet es Reichweite. Ich plane die Geschichten, ich formuliere, ich korrigiere, ich verwerfe, ich ändere und versuche, das Ganze so zu schreiben, dass es humorvoll, sarkastisch und trotzdem verständlich bleibt. Manchmal dauert ein Beitrag länger als eine Stunde. Nur damit dann jemand nach drei Sekunden schreibt: „Du bist dumm.“ Da möchte man fast antworten: „Danke für deinen wissenschaftlichen Beitrag, Professor Kommentarspalte.“

Als ich mit Herrn Natas darüber gesprochen habe, meinte er nur ganz trocken: „Das ist alles von langer Hand vorbereitet.“ Er habe schließlich Verträge mit fast allen. Mit Politikern, Medienhäusern, Meinungsmachern und vermutlich auch mit einigen Kommentarspalten direkt. Die Menschen würden beschäftigt, abgelenkt, gereizt, gegeneinander aufgehetzt und so lange mit Unsinn berieselt, bis sie irgendwann nicht mehr nach oben fragen, sondern lieber nach unten treten. Denn nach oben zu schauen ist unbequem. Nach unten zu treten ist einfacher. Das braucht keine Haltung, nur schlechte Laune und WLAN.

Seine Theorie war natürlich rein satirisch. Also für alle, die jetzt schon wieder mit Schaum vorm Mund nach der Screenshot-Taste suchen: Satire. Dieses merkwürdige Ding, bei dem man denken muss, bevor man sich aufregt. Ich weiß, ein riskantes Konzept in Deutschland 2026. Aber der ernste Kern bleibt: Viele Menschen reagieren nicht mehr menschlich. Sie reagieren wie kleine ferngesteuerte Wutautomaten. Ein Reiz, ein Kommentar, eine Beleidigung. Fertig ist der digitale Charaktertest – und viele fallen mit Anlauf durch.

Der allergrößte Lacher war allerdings, dass ich inzwischen zwei Personen gefunden habe, die von mir kostenlose Lebensmittelpakete bekommen haben und trotzdem unter meinem Beitrag richtig beleidigend unterwegs waren. Eine weitere Person hatte mich vor zwei oder drei Wochen sogar angeschrieben, ob sie bei mir einen kostenlosen Urlaubsplatz bekommen könnte. Da sitzt man dann schon einen Moment da und fragt sich, ob das jetzt Realsatire ist oder ob Herr Natas heimlich die Kommentarfunktion übernommen hat.

Ich mache niemandem einen Vorwurf, wenn er Hilfe braucht. Ganz im Gegenteil. Ich habe in meinem Leben sehr vielen Menschen geholfen und tue das auch heute noch. Aber wenn Menschen auf der einen Seite Hilfe erwarten und auf der anderen Seite wildfremde Menschen im Internet beleidigen, dann stimmt etwas nicht mehr. Und ja, das gibt mir zu denken. Nicht aus Geiz, nicht aus Bosheit, sondern weil man irgendwann lernen muss, seine Energie nicht in Leute zu stecken, die einem im nächsten Moment verbal ans Bein pinkeln und dabei noch glauben, sie hätten gerade einen gesellschaftlichen Beitrag geleistet.

Deshalb gibt es bei mir schon seit Monaten keine offenen kostenlosen Aktionen mehr für irgendwelche Leute, die ich nicht kenne. Hilfe bekommt, wen ich persönlich kenne, dessen Situation ich einschätzen kann – oder Organisationen, denen ich vertraue. Mehr nicht. Keine großen Lebensmittelaktionen mehr, keine selbst hergestellten Sachen für Fremde, keine offenen Verteilungen. Und ja, dazu gehören sogar selbst gebackene Plätzchen, die ich früher an soziale Einrichtungen abgegeben habe. Klingt absurd, ist aber Deutschland. Hier kannst du Menschen etwas schenken und wirst am Ende behandelt, als hättest du heimlich Uran in Vanillekipferl eingerührt.

Denn genau deshalb wurde ich mehrfach angeschwärzt. Es gab Menschen, die regelrecht Buch geführt haben, wenn ich Sauerteig verschenkt oder ein Rezept für meine Beinwellsalbe veröffentlicht habe. Kostenlos. Ohne Hintergedanken. Ohne Geschäft. Einfach so. Und trotzdem hat es mir Ärger eingebracht. In einem Fall musste ich sogar eine Abmahnung unterschreiben. Da sitzt man dann da und denkt sich: Herzlichen Glückwunsch, Menschheit. Ihr habt es geschafft. Selbst Hilfsbereitschaft braucht inzwischen offenbar eine Genehmigung, drei Formulare und einen Sachbearbeiter mit Klemmbrett.

So weit sind wir gekommen. Man wird nicht mehr nur kritisiert, wenn man etwas falsch macht. Man wird inzwischen sogar denunziert, wenn man etwas Gutes tut. Und genau deshalb ist dieser Beitrag zwar lustig gemeint, aber eben nicht nur lustig. Da steckt leider sehr viel Wahrheit drin. Wir leben in einer Zeit, in der manche Menschen lieber melden, hetzen, beleidigen und denunzieren, statt einfach mal fünf Sekunden nachzudenken. Fünf Sekunden. Mehr verlange ich gar nicht. Aber selbst das scheint für manche schon Hochleistungssport zu sein.

Also ja, ich lache darüber. Ich verdiene sogar Geld damit. Je mehr sich aufregen, desto mehr Reichweite entsteht. Je mehr beleidigt wird, desto mehr Leute schauen hin. Und irgendwo sitzt Herr Natas, trinkt vermutlich einen kleinen Espresso mit Schwefelaroma und sagt: „Läuft.“ Aber ganz ehrlich: Schön ist das trotzdem nicht. Denn hinter all dem Humor bleibt die Frage, was aus einer Gesellschaft geworden ist, in der Menschen schneller beleidigen als verstehen.

Der ausführliche Bericht über Herrn Natas folgt später. Und wer bis hierher gelesen hat, gehört vermutlich zu den letzten 0,5 Prozent, bei denen noch Hoffnung besteht. Alle anderen kommentieren wahrscheinlich gerade schon unter dem ersten Absatz, dass ich mich schämen soll. Macht ruhig. Der Burger von morgen bezahlt sich schließlich nicht von allein. 😏

#lifestyle #natas #gesellschaft #klartext


Veröffentlicht mit Welako

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Vivir en un entorno donde la burocracia y la sospecha no dejan avanzar a la generosidad puede ser frustrante y demotivador. Sin embargo, mantienes la motivación para seguir ayudando desinteresadamente y eso es muy digno de admirar.

Por otro lado, tenemos las plataformas que premian el conflicto o la polarización, pues el contenido que genera indignación provoca un aumento de comentarios e interacciones y valida tu idea de que esto genera ingresos financiando tu contenido.

Es gracioso saber que tus detractores pagan tu hamburguesa y tu tranquilo. Aunque debes cuidar la dieta.

Saludos y feliz día..!

Wenn man im Internet - also von dem, was davon noch übrig ist (damit meine ich also das ursprüngliche, "echte" Internet) -, z. Bsp. schreibt, dass der Himmel blau ist oder dass Regen von oben nach unten fällt (d.h. in Bezug auf die "Richtung" der Gravitation bzw. auf die Definition von oben und unten, d.h. auf der Erde, wobei wir nach wie vor nicht wissen, was Gravitation überhaupt genau ist), bekommt man definitiv Postings, dass der Himmel hingegen lilablassblau sei, oder dass man einfach nicht wisse, wovon man rede, oder dass man Nazi sei und sowieso "rechtsextrem" (was immer das sein soll) und vieles mehr, ich schätze, je nach Reichweite wären auch Morddrohungen drin :-D

Wobei man heute ja keine Reichweite mehr hat bei den (meisten) asozialen Medien, was an den lieben Algorithmen und dem allgegenwärtigen Shadowbanning (aka Zensur) liegt, aber das ist wieder ein anderes Thema.

Wenn jedoch ein Massenmedium jemals schreiben oder verkünden sollte, dass der Himmel blau sei, dann ist das für die Lemminge sofort die einzige und unumstößliche Wahrheit, siehe Corona-Zeit. Ich hingegen, ich ewiggestriges Fossil, eile zum Fenster und sehe mir den Himmel dann äußerst genau an, vielleicht kauf ich mir dann sogar ein eigenes Meßgerät, um die Farbe genau nachzumessen, denn dann kann der Himmel ja wohl kaum mehr blau sein. Also ohne Bewölkung und ohne Saharastaub etc. pp..

Also ist alles wie immer, nur schlimmer, wie Bernd das Brot sagte und auch Arthur Schopenhauer schon vor ca. 160 Jahren. Schopenhauer sagte übrigens auch, dass Prometheus etwa 5 von 6 aus nicht so gutem Holz geschnitzt habe, das sind 83,3 periodisch Prozent. Das deckt sich, erstaunlicherweise, ziemlich genau mit den europäischen "Impf"quoten. Schopenhauer hat diese Faustregel damals durch "learning by doing" oder man könnte auch "trial und error" dazu sagen herausgefunden, aka durch seinen Umgang mit Menschen, "recht erstaunlich", gelinde gesagt. Finde ich wenigstens ;-) Generell vertraute er im Wesentlichen seinen Pudeln (genauer gesagt seinem jeweiligen Pudel) mehr als Menschen und gab "mehr auf das Schwanzwedeln eines ehrlichen Hundes" als auf die diversen Bekundungen seiner Mitmenschen.