🚐 𝗔𝗯 𝗻ä𝗰𝗵𝘀𝘁𝗲𝗻 𝗠𝗼𝗻𝗮𝘁: 𝗜𝗰𝗵 𝗽𝗮𝗰𝗸𝗲 𝗱𝗮𝘀 𝗪𝗼𝗵𝗻𝗺𝗼𝗯𝗶𝗹 ...

in #deutsch13 days ago

... 𝘂𝗻𝗱 𝗳𝗮𝗵𝗿𝗲 𝗱𝘂𝗿𝗰𝗵 𝗱𝗶𝗲 𝗲𝗵𝗲𝗺𝗮𝗹𝗶𝗴𝗲 𝗥𝗲𝗽𝘂𝗯𝗹𝗶𝗸. 𝗕𝗲𝗴𝗹𝗲𝗶𝘁𝗲𝘁 𝗶𝗵𝗿 𝗺𝗶𝗰𝗵?

Heute mal eine Ankündigung, auf die ich mich schon lange freue. Liebe Community, sicher kennt ihr auch das eine oder andere, was aus der DDR-Geschichte heute getilgt ist. Orte, die abgerissen wurden. Betriebe, die verschwunden sind. Einrichtungen, die durch die Treuhand abgewickelt wurden. Gebäude, die nach dem Beschluss „Rückgabe vor Entschädigung" an Alteigentümer aus dem Westen oder an Erben aus der Vorkriegszeit zurückgegeben wurden und seitdem entweder leer stehen oder unkenntlich umgebaut sind. All das, was es einmal gab und heute nicht mehr gibt. All das, woran sich nur noch die wenigsten erinnern. 🗺️

𝗨𝗻𝗱 𝗴𝗲𝗻𝗮𝘂 𝗱𝗮𝗿𝘂𝗺 𝗴𝗲𝗵𝘁 𝗲𝘀

Ich werde in den nächsten Wochen mit meinem Wohnmobil losfahren und einen Ort nach dem anderen besuchen. Erst Thüringen, weil ich hier zu Hause bin und die Strecken kurz sind. Dann nach und nach die ganze ehemalige Republik. Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, das alte Ost-Berlin. Es gibt überall Geschichten, die erzählt werden wollen. Und immer mehr Zeitzeugen, die nicht mehr lange erzählen können, weil die Jahre eben vergehen.

Vor jedem Ort werde ich genau recherchieren, was dort passiert ist. Welcher Betrieb stand hier? Wie viele Menschen haben hier gearbeitet? Wann genau wurde abgewickelt, wann abgerissen? Welche Treuhand-Entscheidungen lagen dem zugrunde? Wer hat den Zuschlag bekommen, wer hat sich bereichert, wer hat draufgezahlt? Und vor allem: Was ist heute noch zu sehen? Manchmal nur ein leerer Platz, manchmal eine Ruine, manchmal ein Industriegebiet, in dem ein Discounter steht. Manchmal aber auch ein kleines Mahnmal, ein verblasstes Werkschild, ein verrosteter Zaun. Geschichten in Stein und Beton. 🧱

𝗗𝗶𝗲 𝗱𝗿𝗲𝗶 𝗙𝗼𝗸𝘂𝘀𝘀𝗲

Drei Themenfelder werden in der Serie besonders im Vordergrund stehen. Zum einen die Treuhand-Geschichte – also Betriebe, die abgewickelt oder verkauft wurden, und was aus den Beschäftigten geworden ist. Zum zweiten die Rückübertragungen nach dem Prinzip „Rückgabe vor Entschädigung" – also Häuser, Grundstücke, Betriebe und sogar ganze Hotels, die an Alteigentümer übergeben wurden, oft mit verheerenden Folgen für die bisherigen Bewohner und Pächter. Und zum dritten die Orte, an denen die DDR-Geschichte mit ihren dunklen Seiten festzumachen ist. Nicht nur das Schöne, auch das Schlimme. Stasi-Knäste, Verhörzentralen, Grenzanlagen.

Ich war erst vor ein paar Wochen in Dresden im ehemaligen Stasi-Knast, der heute Gedenkstätte ist. Habe mich mit dem dortigen Personal unterhalten, mit Zeitzeugen, mit Menschen, die selbst dort gesessen haben. Ich habe in den letzten Jahren mit sehr, sehr vielen Menschen gesprochen, die in der DDR einen Ausreiseantrag gestellt haben. Viele von ihnen haben mir Geschichten erzählt, die ich euch in dieser Serie weitergeben werde. Mit ihrem Einverständnis natürlich, und immer mit dem Respekt, den ihre Lebensgeschichten verdienen. ⚖️

𝗠𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗲𝗶𝗴𝗲𝗻𝗲 𝗦𝗶𝗰𝗵𝘁

Und damit ihr wisst, woher ich komme: Ja, ich habe in der DDR gerne gelebt. Auch wenn ich selbst Probleme mit der Staatssicherheit hatte. Auch wenn ich offiziell als „asozial" eingestuft war, weil ich Schmuck ohne Gewerbeschein verkauft habe. Auch wenn ich Berlin-Verbot hatte und meine Reisen melden musste. Trotzdem war die DDR meine Heimat. Trotzdem erinnere ich mich an meine Kindheit und Jugend zum großen Teil mit Wohlgefallen. So habe ich es erlebt. So berichte ich es.

Ich weiß sehr gut, dass andere ganz andere Erfahrungen gemacht haben. Manche waren in echten politischen Schwierigkeiten, mussten ins Gefängnis, hatten Berufsverbot, durften nicht studieren. Diese Geschichten sind genauso wichtig wie meine. Auch sie werden in dieser Serie vorkommen. Ich kann nur aus meiner eigenen Sicht erzählen, was ich erlebt habe, und sorgfältig recherchieren, was außerhalb meines Blickwinkels passiert ist. Mehr kann ich nicht. Weniger soll es aber auch nicht sein. 🌳

𝗗𝗶𝗲 𝗩𝗶𝗱𝗲𝗼𝘀𝗲𝗿𝗶𝗲

Ab nächsten Monat werde ich euch parallel zu den Beiträgen hier auch Videoreportagen liefern. Keine 60-Sekunden-Häppchen mit lautstarker Hintergrundmusik, wie sie in den sozialen Netzwerken Standard geworden sind. Sondern längere Berichte, in denen ich euch wirklich an die Orte mitnehme, die Geschichte erkläre, mit Menschen vor Ort spreche, alte Pläne zeige, alte Fotos einblende, vergleiche, was war und was ist. So, wie ein klassisches Reportage-Format das früher beim Fernsehen gemacht hätte. Nur dass es heute eben nicht mehr im Fernsehen läuft, sondern in den sozialen Netzwerken und auf YouTube. 📹

Das wird einiges an Arbeit sein. Drehen, schneiden, vertonen, hochladen. Ich werde mir Zeit nehmen, damit jedes Video wirklich was wert ist und nicht nur einer von tausend Schnellschüssen, an die sich nach 24 Stunden niemand mehr erinnert. Mein Ziel ist, dass die Videos in fünf Jahren immer noch sehenswert sind. Genauso wie meine schriftlichen Beiträge hoffentlich. Wer Qualität will, der bekommt sie auch.

𝗨𝗻𝗱 𝗷𝗲𝘁𝘇𝘁 𝗸𝗼𝗺𝗺𝘁 𝗶𝗵𝗿 𝗶𝗻𝘀 𝗦𝗽𝗶𝗲𝗹

Hier kommt eure Aufgabe. Ich kann nicht alles wissen. Ich kenne längst nicht jeden Winkel der ehemaligen DDR. Und genau deswegen rufe ich euch auf. Welche Orte soll ich besuchen? Welche Geschichten kennt ihr aus eurer Region? 🙋

Vielleicht kennt ihr noch:

– eine kleine Dorfkneipe, in der die Zeit stehen geblieben ist und in der man heute noch Soljanka isst wie vor vierzig Jahren

– eine ehemalige LPG, deren Stallungen heute noch leer stehen, weil sich nach 1990 nichts mehr getan hat

– ein Werk, in dem ihr oder eure Eltern jahrzehntelang gearbeitet haben und das heute abgerissen oder zur Investorenwüste geworden ist

– ein Schloss, das nach der Rückübertragung an Alteigentümer leersteht und langsam verfällt

– einen Bahnhof, der einst Knotenpunkt war und heute eine Ruine ist

– eine HO-Verkaufsstelle, die irgendwie überlebt hat und heute ein bisschen wie ein Museum wirkt

– ein FDJ-Heim, eine Pionierorganisation, ein Jugendclub, die einfach geschlossen wurden

– ein altes Sport- oder Kulturhaus, in dem es früher Tanzabende und Feiern gab

– einen Standort des alten Konsum, der heute Aldi oder Lidl beherbergt, aber an dem ihr noch die alten Spuren entdeckt

Schreibt mir in die Kommentare oder per persönlicher Nachricht, was ihr für sehenswert haltet. Mit Standort, gerne mit einer kleinen Beschreibung, gerne mit eurer eigenen Geschichte dazu. Ich sammele alle Vorschläge und plane die Routen entsprechend.

𝗩𝗶𝗲𝗹𝗹𝗲𝗶𝗰𝗵𝘁 𝘁𝗿𝗲𝗳𝗳𝗲𝗻 𝘄𝗶𝗿 𝘂𝗻𝘀 𝘃𝗼𝗿 𝗢𝗿𝘁

Und das ist die schönste Vorstellung an der ganzen Sache: Vielleicht treffen wir uns vor Ort. Wenn ihr in der Nähe eines Ortes wohnt, den ich besuchen werde, dann kommt doch dazu. Zeigt mir eure ehemalige Fabrik, in der ihr früher gearbeitet habt. Zeigt mir die Häuser, die nach 1990 abgewickelt wurden. Zeigt mir den Platz, an dem das alte Kulturhaus stand. Erzählt mir eure Geschichte. Wenn ihr einverstanden seid, dass ich euch dabei filme, dann nehme ich das auch mit in die Reportage auf. Wenn ihr nicht im Bild sein wollt, dann reden wir trotzdem, und ich nehme nur eure Geschichte mit, anonymisiert.

Die Generation, die die DDR erlebt hat, wird leider immer kleiner. In zehn, zwanzig Jahren werden die, die noch aus eigener Anschauung berichten können, nur noch wenige sein. Deshalb ist mir wichtig, dass wir jetzt diese Geschichten festhalten. Nicht in Akten, nicht in trockenen Statistiken, sondern in Bildern und in eurer eigenen Stimme. Ich freue mich darauf. 🎤

𝗗𝗶𝗲 𝗲𝗿𝘀𝘁𝗲𝗻 𝗧𝗵ü𝗿𝗶𝗻𝗴𝗲𝗿 𝗦𝘁𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻𝗲𝗻

Zwei Orte stehen bei mir schon fest. Erstens das Schloss Reinhardsbrunn in der Nähe meiner Heimat, gerade einmal fünf Kilometer von hier entfernt. Eine fast tausendjährige Schlossanlage mit bewegter Geschichte. Nach 1990 wurde das Schloss verkauft und unter wechselnden Eigentümern jahrelang dem Verfall überlassen. Im Jahr 2021 ist dann etwas passiert, das bundesweit einmalig ist: Der Freistaat Thüringen hat das Schloss enteignet, nach Artikel 14 Grundgesetz. Es gehört seitdem dem Land. Bereits 3,1 Millionen Euro sind in die ersten Sanierungsschritte geflossen. Die Schlosskapelle soll im Spätherbst 2025 wieder öffentlich zugänglich werden, ein Masterplan für die Zukunftsnutzung liegt auf dem Tisch. Damit ist Reinhardsbrunn eine Geschichte mit einem positiven Ausgang: zeigt, dass die Treuhand-Wunden geheilt werden können, wenn der politische Wille da ist. Zweitens das ehemalige Kaliwerk Bischofferode, dessen Schließung 1993 zum Symbol für die Brutalität der Treuhand-Entscheidungen wurde. Beide Orte habe ich euch hier schon in schriftlichen Beiträgen vorgestellt, jetzt möchte ich sie euch zeigen.

Wenn ihr in Thüringen weitere Empfehlungen habt, immer her damit. Wenn ihr in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern oder Ost-Berlin Orte kennt, die ich für die kommenden Monate auf die Liste setzen sollte, dann schreibt sie mir auf. Ich freue mich auf jede Anregung. 🚙

𝘐𝘤𝘩 𝘱𝘢𝘤𝘬𝘦 𝘥𝘢𝘴 𝘞𝘰𝘩𝘯𝘮𝘰𝘣𝘪𝘭, 𝘪𝘩𝘳 𝘱𝘢𝘤𝘬𝘵 𝘥𝘪𝘦 𝘌𝘳𝘪𝘯𝘯𝘦𝘳𝘶𝘯𝘨𝘦𝘯. 𝘜𝘯𝘥 𝘨𝘦𝘮𝘦𝘪𝘯𝘴𝘢𝘮 𝘩𝘢𝘭𝘵𝘦𝘯 𝘸𝘪𝘳 𝘧𝘦𝘴𝘵, 𝘸𝘢𝘴 𝘴𝘰𝘯𝘴𝘵 𝘷𝘦𝘳𝘭𝘰𝘳𝘦𝘯 𝘨𝘦𝘩𝘵. 𝘌𝘪𝘯 𝘖𝘳𝘵, 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘎𝘦𝘴𝘤𝘩𝘪𝘤𝘩𝘵𝘦, 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘚𝘵𝘪𝘮𝘮𝘦 𝘯𝘢𝘤𝘩 𝘥𝘦𝘳 𝘢𝘯𝘥𝘦𝘳𝘦𝘯.

Schreibt mir eure Vorschläge in die Kommentare. Standort, kurze Beschreibung, gerne eine eigene Geschichte dazu. Wenn ihr einen ganzen Roman habt – auch gut, schickt mir eine Nachricht. Ich freue mich auf jede Zeile von euch. 🙏

𝗡𝗼𝗰𝗵 𝗲𝗶𝗻 𝗪𝗼𝗿𝘁 𝗶𝗻 𝗲𝗶𝗴𝗲𝗻𝗲𝗿 𝗦𝗮𝗰𝗵𝗲 😊

Dieser Beitrag ist eine Einladung an euch, keine recherchierte Zahlen-Sammlung. Die kommenden Videoberichte werden allerdings sehr wohl gründlich recherchiert sein – mit den jeweiligen Quellen aus Treuhand-Akten, Stadtarchiven, Pressearchiven und Zeitzeugenberichten. Versprochen.

Was allerdings gar nicht geht: pöbeln, beleidigen und den Anstand vergessen. Eigentlich waren die Ossis ja immer nett zueinander, aber manchmal verirrt sich jemand hierher, der seine Höflichkeit irgendwo zwischen Wohnmobil-Stellplatz und Treuhand-Aktenarchiv verloren hat. Wer so auftritt, wird blockiert und von dieser Seite entfernt – samt allem was er hier veröffentlicht hat. Solche Menschen sind hier nicht willkommen. Alle anderen: Herzlich willkommen! 🤝

Alle Beiträge auf dieser Seite sind selbst recherchiert und selbst geschrieben. Wer diesen oder andere Texte von uns in leicht abgeänderter Form auf anderen Seiten wiederfindet, der darf gerne auf das Original hier verweisen. Es gibt leider genug Seitenbetreiber, die sich ihre Inhalte im Internet zusammenklauen, weil sie offenbar nicht in der Lage sind, selbst zu recherchieren und eigene Beiträge zu verfassen. Schon traurig, wenn man eine Plattform betreibt und nicht mal einen eigenen Gedanken zu Papier bringen kann. Wir machen das hier anders.

𝗪𝗮𝗿𝘂𝗺 𝘄𝗶𝗿 𝗸𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗢𝗿𝗶𝗴𝗶𝗻𝗮𝗹𝗳𝗼𝘁𝗼𝘀 𝘃𝗲𝗿𝘄𝗲𝗻𝗱𝗲𝗻

Die Bilder in unseren Beiträgen sind grundsätzlich KI-generiert und haben Symbolcharakter – nicht mehr und nicht weniger. Das hat einen klaren Grund. Jedes Originalfoto unterliegt dem Urheberrecht: Nicht nur der Fotograf hat Rechte an der Aufnahme, sondern auch die abgebildete Person besitzt Persönlichkeitsrechte an ihrem Bild. Das Urheberrecht des Fotografen gilt grundsätzlich bis siebzig Jahre nach dessen Tod. Wer einfach irgendwo im Netz Bilder zusammenklaubt und auf seine Seite, Pinnwand oder in eine Gruppe stellt, begeht eine Rechtsverletzung. Das gilt für kommerzielle Auftritte genauso wie für rein private. Jeder normal denkende Mensch weiß das eigentlich. Wir halten uns daran.

DDR-Fahne und Wappen sind in den KI-Bildern ein Augenzwinkern, oftmals versteckt, und kein politisches Manifest. Das verstehen alle, die damals groß geworden sind. Findest du das DDR-Wappen auch im Bild? 😉

Übrigens: Was wäre, wenn die DDR sich reformiert hätte statt beizutreten? Genau darum geht es in meinem Buch. Mehr dazu im ersten Kommentar.

Du willst mehr solcher Rückblicke, die manchmal wehtun, aber auch guttun? Dann bleib hier. Folge dieser Seite. DDR 2.0 – wie es war, wie es hätte sein können, und warum wir heute noch darüber lachen.

#ddr #ostalgie #ddr20 #holgererzählt #wohnmobiltour


Veröffentlicht mit Welako

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oh wie schön,ja da freu ich mich drauf und bin dabei :-)